Anfang November wurden elf Vorarlberger Gemeinden im Kulturhaus Dornbirn im Rahmen der jährlichen Zertifizierungsfeier des e5-Programms für energieeffiziente Gemeinden für ihre erfolgreichen Maßnahmen und Projekte im Bereich Klima- und Umweltschutz von Landesrat Daniel Allgäuer ausgezeichnet.
Seit 27 Jahren setzen Gemeinden im Rahmen des e5-Programms wichtige Energie- und Klimaschutzziele um, wie zum Beispiel durch den Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz-Projekte oder eine umweltfreundliche Mobilität. Aktuell nehmen 49 von 96 Vorarlberger Gemeinden am e5-Landesprogramm für energieeffiziente Gemeinden teil.
Neuorientierung des e5-Programms mit Fokus auf Wirkung
Im Jahr 2025 wurde das e5-Programm einer Neuausrichtung unterzogen. Der Fokus der gesetzten Maßnahmen der Gemeinden liegt noch stärker auf der „Wirkung“, dazu zählen messbare Ziele und Beiträge der Gemeinde zur größeren Zielsetzung der Energieautonomie.
„Das e5-Programm ist eine langfristige Strategie für Gemeinden. Mit den neuen Bewertungskriterien werden künftig die Wirkung und Zielerreichung der Gemeinden noch deutlicher messbar. Wir wollen nicht nur einzelne Maßnahmen umsetzen, sondern in vielen Bereichen Verbesserungen anstoßen. So wird das e5-Programm noch stärker zu einem wirksamen Werkzeug für die Gemeindeentwicklung“, so Gregor Sellner, e5-Programmleiter im Energieinstitut Vorarlberg.
Bestnote „5e“ für Marktgemeinde Wolfurt
Die Marktgemeinde Wolfurt ist seit 1998 Mitglied im e5-Programm und somit eine e5-Gemeinde der ersten Stunde. Auch im neuen, strengeren Bewertungssystem konnte Wolfurt mit „5e“ eine hervorragende Bewertung für ihre umgesetzten Klimaschutzprojekte erzielen. Im Jahr 2022 wurde in der Gemeindevertretung die „Energiestrategie 2040“ beschlossen. Ein Ziel ist unter anderem, im gesamten Gemeindegebiet klimaneutral zu werden. Des Weiteren werden auch ambitionierte Ziele insbesondere bei der Siedlungsentwicklung, Energieraumplanung und Mobilität verfolgt. Im Energiebereich ist die Gemeinde beispielsweise Vorreiterin bei sensorgesteuerter Straßenbeleuchtung und setzt beim neuen Nahwärmenetz Weidach, das neben Bregenz auch Teile von Wolfurt mit Wärme versorgt, auf Biomasse und Abwärme. Das Nahwärme-Heizwerk Weidach wurde kürzlich nach knapp einem Jahr Bauzeit eröffnet und ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen illwerke vkw, der Stadt Bregenz und der Marktgemeinde Wolfurt – und unterstützt dabei, die Wärmeversorgung schrittweise zu dekarbonisieren.
Umweltfreundliche Mobilität und Aktivierung der Bevölkerung
Des Weiteren setzt Wolfurt im Rahmen des regionalen Mobilitätsmanagements der plan b-Gemeinden auf eine langfristige und erfolgreiche Strategie für eine nachhaltige und klimafreundliche Mobilität. Dazu zählen Angebote wie Carsharing oder Anrufbus, aber auch Begegnungszonen, Radwege und Fahrradstraßen sind zentrale Maßnahmen für die Attraktivierung des Fuß- und Radverkehrs, die bereits 2014 im „Wolfurter Weg“, dem mehrfach preisgekrönten Straßen- und Wegekonzept verankert wurden. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Bevölkerung für energiepolitische Themen. Die vielfältige und große Anzahl an Veranstaltungen und Aktionen ermöglichen die Information und Sensibilisierung der Bürger*innen. Zudem sind die Wolfurter*innen eingeladen, sich aktiv einzubringen wie zuletzt zum Beispiel bei Beteiligungsformaten zum räumlichen Entwicklungsplan oder dem Bürger*innenbudget für private Klimaschutzprojekte.
MissionZero Wolfurt und hohe Standards für Neubau und Sanierung
Wolfurt zählt neben Nüziders und Bludenz zu den MissionZero-Pilotgemeinden. Hinter MissionZero steht die Idee der klimaneutralen Gebäudeverwaltung und die direkten CO2-Emissionen im gemeindeeigenen Wirkungsbereich spätestens bis zum Jahr 2040 auf Null zu reduzieren. Aktuell haben sich 20 Vorarlberger Gemeinden das Ziel zur klimaneutralen Verwaltung gesetzt. Kommunale Gebäude, Straßenbeleuchtung oder Gemeinde-Fahrzeuge werden so Schritt für Schritt energieeffizienter und auf erneuerbare Energieträger umgestellt. Auch beim Neubau und der Sanierung hat sich Wolfurt mit ihrem Beschluss für über 900 Punkten im Kommunalen Gebäudeausweis (KGA) für höchste energetische und ökologische Standards verpflichtet. Die Gemeinde wurde beispielsweise für die Generalsanierung und Neubau der Volksschule und Kindergarten Bütze mit der klimaaktiv Gold Auszeichnung prämiert.
„Als e5-Gemeinde der ersten Stunde können wir in Wolfurt bereits auf viele erfolgreich umgesetzte Projekte und Maßnahmen zurückblicken. Fertig sind wir jedoch noch lange nicht. Wir werden weiterhin alles Mögliche unternehmen, um unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und der Energieautonomie Vorarlberg zu leisten,“ so Wolfurts Bürgermeisterin Angelika Moosbrugger.
Weitere Infos zum e5-Landesprogramm: www.energieinstitut.at